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WestfalenBahn schließt Schutzschirmverfahren erfolgreich ab

Die WestfalenBahn verlässt das Schutzschirmverfahren als saniertes Unternehmen. Geschäfts- und Fahrgastbetrieb sind langfristig und uneingeschränkt gesichert, ebenso konnten alle Arbeitsplätze erhalten werden.

Die WestfalenBahn GmbH hat das Schutzschirmverfahren erfolgreich beendet. Der in den vergangenen Monaten erarbeitete Sanierungsplan zur Sicherung der Verkehre wurde sowohl von der Gläubigerversammlung, als auch vom zuständigen Amtsgericht Berlin-Charlottenburg bestätigt. Damit ist die WestfalenBahn rechtskräftig aus dem Schutzschirm herausgetreten und kann ihren Geschäftsbetrieb als langfristig gesichertes Unternehmen fortführen.

Ein gemeinsam mit den Gläubigern erarbeiteter Sanierungsplan sieht vor, dass die WestfalenBahn das Emsland- und Mittelland-Netz (EMIL) bis zum Ende der Verkehrsvertragslaufzeit im Jahr 2030 befährt. Damit ist sichergestellt, dass der Fahrgastbetrieb auch in Zukunft in der gewohnten Qualität fortgeführt werden kann.

In dem über 600 Kilometer langen Emsland- und Mittelland-Netz mit den Linien RE 15, RE 60 und RE 70 verbindet die WestfalenBahn die Städte Emden, Rheine, Münster, Bielefeld, Minden, Hannover und Braunschweig. 20 Millionen Fahrgäste nutzen die WestfalenBahn in Niedersachen und Nordrhein-Westfalen pro Jahr. Dafür werden 28 Elektrotriebzüge eingesetzt, die in eigenen Werkstätten in Minden und Rheine instandgehalten werden. Alle 300 Arbeitsplätze konnten im Rahmen des Schutzschirmverfahrens umfassend erhalten werden.

„Wir sind sehr froh, dass wir das Restrukturierungsverfahren erfolgreich beendet haben“, sagte Rolf Schafferath, Vorsitzender der Geschäftsführung der WestfalenBahn, und ergänzte: „In den vergangenen Monaten haben wir mit aller Kraft darauf hingearbeitet, für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie unsere Fahrgäste die bestmögliche Lösung zu erzielen. Dies ist mit der Neuaufstellung des Unternehmens und langfristigen Sicherung der WestfalenBahn als integralem Bestandteil von Abellio Deutschland gelungen. Allen unseren Kolleginnen und Kollegen, unseren Fahrgästen sowie unseren Aufgabenträgern, Geschäftspartnern, dem Generalhandlungsbevollmächtigten Prof. Lucas Flöther und dem Sachwalter-Team um Dr. Rainer Eckert sind wir für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und das hohe Engagement sehr dankbar. Dieses gemeinsame Fokussieren auf eine verlässliche Perspektive hat den Grundstein für die erfolgreiche Sicherung der WestfalenBahn gelegt.“

Prof. Lucas Flöther, der den Sanierungsprozess von Anfang an begleitet und die Geschäftsführung in der Rolle als Generalhandlungsbevollmächtigter unterstützt hat, betonte: „Wir sind überzeugt, dass unser mit allen Beteiligten ausgearbeitetes und abgestimmtes Sanierungskonzept ein festes Fundament für den langfristigen Erfolg der WestfalenBahn bildet. Wir haben eine für alle Akteure tragfähige Lösung erzielt, so dass das Unternehmen nun den Schutzschirm verlassen kann.“

Das Schutzschirmverfahren der WestfalenBahn, eines Tochterunternehmens von Abellio Deutschland, wurde notwendig, nachdem Abellio aufgrund struktureller Probleme im deutschen Schienenpersonennahverkehr (SPNV) unter wirtschaftlichen Druck geriet und am 30. Juni 2021 jeweils separate Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung für alle Konzerngesellschaften angemeldet hat.